Leise Knalleffekte


Matthias Dusini
Kultur | aus FALTER 36/08 vom 03.09.2008

KUNST In der Albertina steht das zeichnerische Werk des Malers Vincent van Gogh im Vordergrund. Der Schlüssel zu seinen Bildern ist seine Japan-Begeisterung.

Das Leben des holländischen Malers Vincent van Gogh (1853-1890) ist rasch erzählt. Der Autodidakt zeichnete und malte nach Lehrbüchern, anfänglich finstere Arbeiter und knorrige Bäume. Mit Anfang 30 zog er mit seinem Bruder nach Paris und stellte fest, dass die fortschrittlichen Maler farbenfrohe Bilder machten. Er ließ sich in Südfrankreich nieder und malte Blumen, Wiesen und Nachthimmel mit blinkenden Sternen. Aufgrund psychischer Probleme - er schnitt sich ein Ohr ab - kam er in eine Nervenheilanstalt. 37-jährig, nach nur zehnjährigem künstlerischem Schaffen, erschoss er sich.

Aufgrund seines geringen Erfolgs zu Lebzeiten gilt der Bestseller heutiger Auktionen als Inbegriff des verkannten Künstlers. Der französische Philosoph Roland Barthes schrieb über van Gogh einmal, er gehöre zu jenen Geniekünstlern, deren Werk

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