Der letzte Tanz

Wolfgang Kralicek | Kultur | aus FALTER 36/08 vom 03.09.2008

TANZ Sigrid Gareis hat das Tanzquartier aufgebaut. Vor Beginn ihrer letzten Saison zieht die streitbare und umstrittene Intendantin Bilanz.

Sigrid Gareis möchte auf keinen Fall larmoyant rüberkommen. "Es geht mir to-tal gut!", betont sie, und das wirkt sogar glaubhaft. "Ich merke jetzt, dass die Verantwortung doch sehr belastend war. Meine Laune ist jetzt um 100 Prozent besser!" Die 49-jährige Schwäbin, zu deren besonderen Kennzeichen ein gellender Lacher gehört, machte schon bisher keinen muffigen Eindruck. Zuletzt aber hätte Gareis guten Grund gehabt, zumindest ein bisschen verbittert zu sein. Als es Anfang des Jahres darum ging, ob ihr Vertrag als Intendantin des Tanzquartiers noch einmal um zwei Jahre verlängert werden sollte, brach ein Kulturkampf aus, der längst entschieden schien. Die Tanzlandschaft spaltete sich in ein Pro- und ein Anti-Gareis-Lager; beide Fraktionen bombardierten Kulturpolitiker und Medien mit Petitionen und Unterschriftenlisten. Grob kann man die Fronten

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