Alice lebt hier nicht mehr

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 36/08 vom 03.09.2008

LITERATUR Mit "Eine besondere Vorsehung" bringt Richard Yates uns einmal mehr zwei unglamouröse Helden des Alltags nahe.

Die posthume Karriere von Richard Yates (1926-1992) ist fast schon tragisch stimmig: Hohe, aber uneingelöste Erwartungen sind das Schicksal der meisten seiner Protagonisten, die erfahren müssen, "dass der Alltag sich nicht abstellen ließ". Yates selbst kam mit seinem Debütroman "Zeiten des Aufruhrs" 1961 zu relativ frühem Ruhm, an den er nie wieder anknüpfen konnte. Die Verfilmung von "Revolutionary Road" (so der Originaltitel) kommt Anfang nächsten Jahres in die Kinos. Das junge Ehepaar Wheeler, das in den Suburbs zwischen Cocktailabenden, Affären und ungewolltem Kindersegen vor die Hunde geht, wird von Kate Winslet und Leonardo DiCaprio dargestellt. Yates wäre wohl der Letzte gewesen, eine solche Hollywoodkarriere auch nur zu erträumen.

Die Deutsche Verlags-Anstalt hat in den letzten Jahren die Bücher Yates' in erfreulich regem Rhythmus übersetzen lassen;

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