Neue Bücher

Kultur | aus FALTER 36/08 vom 03.09.2008

ZEITGESCHICHTE

Walter Klier: Leutnant Pepi zieht in den Krieg

Der letzte Soldat der k.u.k. Armee starb erst im heurigen Frühjahr. Dem kollektiven Vergessen des Ersten Weltkriegs arbeitet, 90 Jahre nach dessen Ende, Walter Klier entgegen, der die erhaltenen Briefe und Tagebücher seines Großvaters, des Frontoffiziers Josef Prochaska, publiziert hat. Das Buch erinnert auch vom Umfang her an Karl Kraus' Weltkriegsdrama "Die letzten Tage der Menschheit", doch im Gegensatz zur Kraus'schen Gesamtschau zeigt Klier den Weltkrieg ausschließlich aus der Froschperspektive des einzelnen Soldaten. Die Notizen setzen in der Vorkriegszeit ein, als sich der Innsbrucker Gymnasiast und spätere Jusstudent für den damals noch völlig neuen Alpinismus begeistert. Als Leutnant an der russischen Front und im galizischen Hinterland berichtet er wenig später aus der Welt des Schtetls, von Kirchen und Landschaften in "russisch Polen", vor allem aber von Kampfhandlungen, die in ihrer makabren Absurdität immer


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