Buch der Stunde

Wunschfamilie

Kultur | Kirstin Breitenfellner | aus FALTER 36/08 vom 03.09.2008

Sie wird heiß umworben, vor allem in Wahlkampfzeiten, wandelt sich in atemberaubendem Tempo und bleibt dennoch die universellste Institution der Menschheit: die Familie. In die wenig gelassene Debatte um deren Rechte und Funktionen bringt die französische Psychoanalytikerin Elisabeth Roudinesco einen Beitrag ein, der sich durch eine angenehm unideologische Ausführung, einen originellen Ansatz und einen starken, teilweise detailverliebten historischen Teil auszeichnet.

"Die Familie ist tot. Es lebe die Familie" geht von der Beobachtung aus, dass Homosexuelle seit einiger Zeit vehement dafür kämpfen, das Recht auf Ehe und Familie zugesprochen zu bekommen - was Konservative verschiedener Couleur weit mehr beunruhigt als die früher zum Ausdruck gebrachte Familienverachtung. Woraus resultiert diese Sehnsucht nach Familie?

Roudinescos Spurensuche be-ginnt mit den anthropologischen Prämissen und führt in einer Tour de Force durch die Ideengeschichte der Familie, von Aristoteles bis zur Psychoanalyse,


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