Schlussgong

Stadtleben | Wolfgang Paterno | aus FALTER 36/08 vom 03.09.2008

EDIP SEKOWITSCH (1958-2008) Österreichs einziger Boxweltmeister wurde vergangene Woche ermordet aufgefunden. Zum Tod eines großen Kämpfers.

Die Bilder des Alltags und des Schreckens. Der Sessel mit den dunkelgrünen Sprossen, auf dem der Mann frühmorgens oft vor seinem eigenen Lokal gleich beim Eingang saß, in die Lektüre vertieft, mit klobigen Fingern Zeitungsseiten umblätternd, steht dort wie immer, als ob nichts passiert wäre. Die schwarze Schiefertafel verkündet das Angebot des Tages: "Cevapcici - Spezialität des Hauses. Nach altem traditionellem Rezept unserer Familie. Mit Tomaten, Zwiebeln, Salat und heißem Spezialbrot oder Pommes."

Auf dem Gehsteig vor den benachbarten Lokalen Ring frei und Champ's Pub am Wiedner Gürtel gleich beim Südbahnhof sind, Ausdruck des jähen Ineinanderstürzens von Alltäglichkeit und Tragödie, eingetrocknete Blutspuren zu sehen. Spritzer, Sprenkel, flächig dunkelrote Stellen. Mit leuchtgrüner Farbe haben Tatortexperten Kreise auf den Gehsteig


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