Innereienpolitik

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 37/08 vom 10.09.2008

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Warum einem die Innenpolitik an die Nieren gehen kann und was die Leber dazu sagt.

Früher, ja früher! Da bin ich vor Wahlen mit dem Fahrrad um den Ring gefahren und habe die Plakate analysiert - fertig war die Vorwahlanalyse. Aus irgendeinem Grund macht das keinen Spaß mehr. Es liegt gewiss an mir. Früher fieberte man bei Fernsehduellen mit. Ich erinnere mich an ein redaktionelles Ganslessen, bei dem die TV-Übertragung Schüssel gegen Gusenbauer eingeschoben war. Es herrschte teilweise Ländermatchstimmung im Saal. Wer würde heute Strache gegen Haider beim Essen einschalten? Dabei legen sämtliche Kandidaten großen Wert auf ihre Appetitlichkeit. Sie streiten nicht einmal mehr richtig, weil man ihnen gesagt hat, dass das die Leute nicht mögen.

Neueste TV-Formate sehen ja die sofortige Interpretation des Ergebnisses durch Experten vor. Die nächste Stufe ist dann die Bewertung der Experten durch eine unabhängige Jury samt Heben von Taferln mit erzielten Punkten.


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