"Ich vermeide das Wort Spaß"

Politik | Nina Horaczek und Barbara Tóth | aus FALTER 37/08 vom 10.09.2008

SOMMERGESPRÄCH Alexander Van der Bellen lernte schon als Kind, was es heißt, ein Außenseiter zu sein. Auch das brachte ihn in die Politik.

Falter: Auf dem Foto schauen Sie aus wie heute. Wann war Alexander Van der Bellen eigentlich ein Revolutionär?

Alexander Van der Bellen: Dem Muster des Sakkos nach zu schließen muss ich da schon Dekan an der Universität Innsbruck gewesen sein. Jugendlich war ich sicher nicht mehr. So um die 45 Jahre.

Auch als 20-Jähriger trugen Sie Brille und Bart und grüblerischen Blick. Kreuzbrav und sehr erwachsen.

Politisch gesehen bin ich schon einer dieser berühmt-berüchtigten 68er. Das war eine unheimlich prägende Zeit. An der Universität haben die Assistenten damals die alten, ergrauten Dozenten abgewählt. Von Mitbestimmung und Informationsrechten war noch keine Spur, das war lang vor der Universitätsreform einer Herta Firnberg. Zwei Drittel der Studenten waren im Cartellverband oder bei einer katholischen Verbindung, ein Drittel beim Ring freiheitlicher


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