Second Things First

Kultur | Alfred Pfoser | aus FALTER 37/08 vom 10.09.2008

LITERATUR Am 16. September wäre Friedrich Torberg 100 Jahre alt geworden. Aus der Kulturgeschichte und -politik Wiens ist der Schriftsteller, Kommunistenfresser, Wasserballer und Archivar des österreichischen Judentums nicht wegzudenken.

Ernte des Lebens? Die 1970er-Jahre, Torbergs letztes Lebensjahrzehnt, begannen gar nicht gut. Der 1972 erschienene Roman "Süßkind von Trimberg", sein Reverenzbuch an den mittelalterlichen jüdischen Minnesänger, war seit Jugendjahren ein Lieblingsprojekt und sollte endlich in der literarischen Welt die erhoffte Reputation als Romanschriftsteller (wieder-)herstellen. Aber daraus wurde nichts, auch wenn Freunde das neue Buch lobten; letzten Endes vertrauten die Buchhändler und Leser auf Marcel Reich-Ranicki, der in einem aufsehenerregenden Spiegel-Verriss nur "puren Kulissenzauber" wahrnehmen konnte: "Wer es mit Friedrich Torberg gut meint und wem die große Sache, um die es hier geht, wichtig ist, der kann ihm und uns nur wünschen, dass dieses Buch


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