Abseits der Mitte

Kultur | Joachim Schätz | aus FALTER 37/08 vom 10.09.2008

FILM Die 65. Filmfestspiele von Venedig waren arm an Starrummel und Konsensfilmen, aber künstlerisch überzeugend und ästhetisch vielstimmig.

Das Jammern gehört so fix zum Filmfestivalalltag wie das Schlangestehen. Aber heuer war der Unmut auf der Strandinsel im Süden Venedigs besonders groß. Das "wohl schlechteste Festival seit vielen Jahren" rief das Feuilleton der FAZ aus, auf der Homepage von epd Film wurde die Wettbewerbssektion als eine nicht enden wollende "Reihe der Enttäuschungen" gegeißelt. Die italienische Regenbogenpresse klagte über zu wenige US-Stars, und die Variety sorgte sich, dass die Major Studios demnächst geschlossen zum zeitgleich angesetzten Festival nach Toronto abwandern könnten.

Die seltene Eintracht von Kultur-, Society- und Wirtschaftsjournalismus hatte sehr unterschiedliche Ursachen: Das dünne Angebot an starbesetzten Hollywoodfilmen erklärte die Festivalleitung mit Hinweis auf den erst im Februar beendeten US-Drehbuchautorenstreik. Die entsprechende


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