Ohne klare Linie


Matthias Dusini
Kultur | aus FALTER 37/08 vom 10.09.2008

KUNST Der Zeichenstift des Künstlers Constantin Luser tanzt über Papier, Mauern und Leinwände. Nun spucken seine Stricharchitekturen sogar Töne aus.

Ein putziges Urvieh steht in der Ausstellungshalle der Belvedere-Außenstelle Augarten Contemporary. Keine monströsen Dinosaurierknochen formen sein Skelett, sondern die Messingrohre von Trompeten und Tubas; die Gliedmaßen enden in Dutzenden von Mundstücken. Wenn Constantin Luser in eines der Rohre bläst, gibt sein "Vibrosaurus" furchterregende Misstöne von sich.

Die Skulptur ist das zentrale Ausstellungsstück in der Werkschau des Grazer Künstlers. Vor einem Jahr gewann er mit einem Miniaturmodell einen vom Belvedere und dem Unternehmensberater Boston Consulting ausgelobten Preis und konnte damit an die Realisierung des handwerklich aufwendigen Projekts gehen. In einer Höhle in der Nähe von Graz wurde der Trompetenkrake bereits einmal ausgesetzt. Nun muss er sich auf dem Kunstparkett behaupten.

Wenn man die Schattenlinien auf der

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