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Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 37/08 vom 10.09.2008

WENDELIN SCHMIDT-DENGLER (1942-2008) Am vergangenen Sonntag verstarb völlig überraschend Österreichs denkbar unpäpstlicher Literaturpapst.

Als Wendelin Schmidt-Dengler letzte Woche der vom Verlag Hoffmann und Campe vergebene Preis der Kritik zugesprochen wurde, freuten sich viele mit ihm (wohl mehr, als das in solchen Fällen und Milieus üblich ist). Dass Österreichs bekanntester und renommiertester Germanist nicht mehr dazu kommen würde, sich die Düsseldorfer Heine-Ausgabe und die 99 Flaschen Wein, die mit dieser Auszeichnung einhergehen, auf der Frankfurter Buchmesse persönlich abzuholen, hätte keiner von ihnen vermutet. Die Nachricht vom viel zu frühen Tod Schmidt-Denglers erschütterte auch Menschen, die mit österreichischer Gegenwartsliteratur, für die Schmidt-Dengler mit nicht nachlassender Passion eintrat, wenig bis gar nichts am Hut haben. Der streitbare und -freudige Literaturwissenschaftler war eine jener raren Figuren, die akademischen Ansprüchen ebenso souverän


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