Kritik kurz

Kultur | aus FALTER 37/08 vom 10.09.2008

Cora Pongracz "An den Schränken erkennt man die Hausfrau", schrieb die 2003 verstorbene Fotokünstlerin Cora Pongracz ironisch in ihrem Gedicht "Massage". Das kurze Poem stellte sie neben Innenaufnahmen ihrer Kästen, so als würden geschlichtete Teller etwas über ihre Persönlichkeit aussagen. Eine ähnliche Lakonie prägt die Porträtfotos aus der Kunst- und Literaturszene seit den 60er-Jahren, die jetzt in der Gabriele Senn Galerie zu sehen sind. Die Serie "8 erweiterte porträts - frauen in wien" hat in ihrer Flüchtigkeit wenig von der eindringlichen Fixierung anderer Fotografen. Eine besondere Energie geht von einem winterlichen Gruppenbild aus, das dick gekleidete Frauen und Kinder mit Hunden zeigt - ganz so, als würden sie erst auf das Posieren für die Kamera warten. Arnulf Rainer und Dieter Roth hat Pongracz bei einer Aktion festgehalten, Franz West lungert am Boden vor Kakteen und raucht. Die Künstlerin hat dabei keinen privilegierten Blickpunkt behauptet; ihre sensible Kunst

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