Stadtrand

Bim gstopft

Stadtleben | aus FALTER 37/08 vom 10.09.2008

Während der Euro gab es in Wiens U-Bahn-Stationen schlechtbezahltes und gutgelauntes Personal. Dessen Aufgabe bestand darin, Fahrgästen beim Betreten und Verlassen der U-Bahn zu helfen und aufzupassen, dass keiner zwischen Türen oder unter Räder geriet. Außer an Spieltagen hatten die Helferlein eher wenig zu tun, die Leute sind ja nicht ganz doof. In der Subway von Tokio stopfen zur Rushhour Angestellte die Massen weiß behandschuht in Waggons und wachen darüber, dass alle Gliedmaßen dranbleiben. (Schauen Sie mal bei YouTube, aber nur, wenn Sie nicht klaustrophob veranlagt sind.) So etwas braucht's in unserem schönen Städtchen glücklicherweise nicht, weshalb die gutgelaunten U-Bahn-Helfer nach der Euro auch wieder verschwunden sind. Dabei gäbe es doch ein wichtiges Einsatzgebiet - bei den Bimstationen. Zu Stoßzeiten wäre ein kleiner Schubser an neuralgischen Orten (43er, Alser Straße) nicht schlecht, um unschöne Aufenthalte wegen blockierter Türen zu vermeiden. Stopft uns rein, aber lasst uns endlich fahren, Wiener Linien! Dieser Tipp zur Verbesserung der Kundenzufriedenheit ist übrigens gratis. C. W.


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