Nachrichten aus dem Inneren

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 38/08 vom 17.09.2008

Die Redaktion erklärt sich selbst

Vor 16 Jahren ging der Falter, wie er bis letzte Woche vorlag, vom Stapel. „Vom Stapel gehen“ – genau das bezeichnet das englische Verb to launch. Geht ein Schiff wieder vom Stapel (weil es davor im Dock überholt wurde), ist es einem Relaunch unterzogen worden. Das Wort ist in der Medienbranche wesentlich geläufiger als im Schiffswesen und signalisiert, dass es zwar irgendwie noch das gleiche Ding, aber irgendwie auch völlig neu ist. Auf den Falter, bei dem ja schon während des vergangenen Jahres die ein oder andere Planke auf offener See ausgetauscht wurde, trifft das unserer Meinung nach auf sehr vorteilhafte Weise zu. Weil wir aber wissen, dass a) alle Blattmacher dieser Auffassung sind, wohingegen b) die Leserinnen und Leser Layout-Reformen notorisch skeptisch gegenüberstehen (noch dazu eine so konservative Klientel wie die des Falter!), und es darüber hinaus c) eher uncool ist, mit der eigenen Suprigkeit hausieren zu gehen, hat die Selbstbeweihräucherung hier auch schon wieder ein Ende.

Wir haben getan, was wir konnten. Und mit „wir“ sind nicht nur die unmittelbar Beteiligten gemeint. Diese haben ja auch ein sogen. soziales Umfeld, mitunter sogar Partner und Kinder. Sie sind ebenfalls betroffen, wie eine authentische SMS belegt: „Liebergottmachdassderfalterrelaunchvorbeiistdamitdieschlechtedauerlauneeinendehat.“ Zumindest das wäre schon mal geschafft. Eine ungenannt bleiben sollende Person ist jetzt hoffentlich wieder etwas glücklicher.


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