Kolumne Außenpolitik

Zittern für Obama, Beten für McCain: Gewinnen die Fundis?


Raimund Löw
Falter & Meinung | aus FALTER 38/08 vom 17.09.2008

Sarah Palin, der neue Shootingstar der amerikanischen Rechten, verhext Amerika und verstört Europa. Gerade erst konnte man in Paris, London und Wien wieder ganz leicht proamerikanisch sein. Zehntausende jubelten Barack Obama zu. Wegen seiner Hautfarbe könnte der Senator aus Chicago zwar in keinem EU-Staat auch nur Landeshauptmann werden, aber für den Job des US-Präsidenten schlägt er in allen europäischen Umfragen die Konkurrenz. Und jetzt kommt Sarah „Barracuda“. Die gottesfürchtige Gouverneurin, die aus Helikoptern auf Wölfe schießt, Abtreibung selbst bei Vergewaltigung ablehnt, „Intelligent Design“ hochhält, fünf Kinder aufzieht und gegen das gesamte Parteiestablishment ihres Heimatstaats mit der Minibevölkerungerfolgreich war, hat die Karten neu gemischt. John McCain, der noch vor wenigen Wochen als aussichtsloser Langeweiler galt, liegt in den Umfragen plötzlich vorne.

Europa ist unvermittelt wieder mit dem Teil Amerikas konfrontiert, den man nie verstanden hat.

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