„Volle Härte“ für Täter: Was nützt das den Opfern?

Politik | aus FALTER 38/08 vom 17.09.2008

Die Parteien versprechen, sexuell Missbrauchten zu helfen. Doch die müssen sogar um die Kosten für ihre Therapien kämpfen

Recherche: Julia Ortner

Sie ist kein armes Hascherl. Sie will nicht zum öffentlichen Opfer gemacht werden. Sie will ihre Geschichte erzählen, ohne Foto und echten Namen. Eine Geschichte, die exemplarisch für die vieler Missbrauchsopfer ist. Ursula Bender* (Name von der Redaktion geändert), 35, Geisteswissenschaftlerin, ist der selbstbewusste, sachliche Typ. Mit welchem Trauma sie ringt, kann ja niemand sehen. Bender wurde als kleines Mädchen von ihrem Onkel missbraucht. Erst nachdem sie 2007 mit einer Psychotherapie begonnen hat, kann sie die Vergangenheit erkunden. „Ich kratze erst an der Oberfläche. Das wird noch ein langer Weg “, sagt die junge Frau. Und ein kostspieliger: 2007 hat sie insgesamt 4000 Euro in ihre Therapie investiert, dieses Jahr werden es 5000 sein. Ohne ihren Freund, der sie finanziell unterstützt, könnte sich Bender die Behandlung nicht

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