„Ich sah die letzten Pferde gehen“

Politik | aus FALTER 38/08 vom 17.09.2008

Wilhelm Molterer erregte als Forscher den Zorn der Bäuerinnen. So entdeckte ihn die ÖVP

Gespräch: Florian Klenk, Barbara Tóth

Falter: Herr Vizekanzler, dieses Foto zeigt sie als jungen Mann, rauchend.

Wilhelm Molterer: Das muss Ende der 80er-Jahre gewesen sein, wahrscheinlich zu dem Zeitpunkt, als ich in die Politik eingestiegen bin.

Sie wuchsen am Bauernhof auf, Sie wurden von Ihrem Onkel adoptiert. Wieso sind Sie in die Politik eingetreten?

Molterer: Unsere Familie war immer politisch, wir hatten sogar zwei Zeitungen abonniert, selbstverständlich das Volksblatt und eine unabhängige Zeitung. Das war damals überhaupt nicht üblich – zwei Zeitungsabos am Bauernhof. Einer meiner Brüder war Kammerpräsident in Oberösterreich. Der andere Vorsitzender der sozialistischen Studenten.

Ihr Adoptivvater saß sogar im Parlament.

Molterer: Ja, er war mein Vorgänger und bis zu jenem Tag im Nationalrat, an dem ich ins Parlament kam. Ich saß auf dem gleichen Sitz.

Kommen Sie also aus einer Art bäuerlicher


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