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IT-Kolumne

Medien | Ingrid Brodnig | aus FALTER 38/08 vom 17.09.2008

Für Aufdecker und jene, die es gerne sein würden, ist das Internet wie geschaffen. Das zeigt dieser Tage das Weblog www.lif-transparent.org. Mit einem Mausklick findet man dort Dokumente, die das Liberale Forum in ein schlechtes Licht rücken (siehe S. 14). Dabei ist unklar, wer hinter diesem Blog steht. Der Verfasser bleibt anonym und schreibt: „Leider können wir noch nicht mit unseren Namen aufscheinen, da wir Repressionen fürchten müssen.“ Wer weiß, vielleicht handelt es sich nicht um ängstliche Insider, sondern um politische Gegner? Das Blog erweckt den Eindruck, dass ein Medienprofi dahintersteht. Das Beispiel zeigt aber vor allem eines: Jeder kann heute anonym unangenehme Wahrheiten, aber auch Lügen im Netz verbreiten. Über Google sind die Infos dann für ein Massenpublikum noch lange Zeit auffindbar. Die Gefahr: Es gibt keinen journalistischen Filter mehr und keinen Schutz vor Verleumdung. Der Nutzen: Insider können Missstände leichter aufdecken. Der müde investigative Journalismus bekommt in diesem Land endlich Antrieb.


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