Machtspiele über der Baumgrenze

Feuilleton | aus FALTER 38/08 vom 17.09.2008

Starker Abgang: Martin Kušej inszeniert Karl Schönherrs „Weibsteufel“ im Akademietheater

Theaterkritik: Wolfgang Kralicek

Als Martin Kušej vor neun Jahren mit Franz Grillparzers „Weh dem, der lügt!“ am Burgtheater debütierte, war das der erste volle Erfolg der damals noch jungen Direktion Bachler. Obwohl der vielbeschäftigte Kušej in der Folge nicht sonderlich oft hier inszenierte, wurde er zu einem der prägenden Künstler der Bachler-Jahre. Immer wenn es darum ging, einen österreichischen Klassiker von seinem Stallgeruch zu befreien und ihn für das zeitgenössische Theater zu retten, musste Kušej ran. Grillparzer ist so ein Fall, Nestroy auch. Und Karl Schönherr sowieso. Der Tiroler Arzt (1867–1943) war Anfang des 20. Jahrhunderts ein in Wien überaus erfolgreicher Dramatiker; weil aber einige seiner Dramen in die Kategorie „Blut und Boden“ eingeordnet werden können (und bei den Nationalsozialisten entsprechend beliebt waren), liegt ein Schatten auf seinem Werk.


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