Materialverschwendung durch Sprengstoff

Feuilleton | aus FALTER 38/08 vom 17.09.2008

Ben Stillers Komödie „Tropic Thunder“ schießt nicht mit scharfer Satire, sondern macht Spaß nach Vorschrift

Filmkritik: Joachim Schätz

Hubschrauber kreisen über dem Dschungel, Blutfontänen spritzen aus Einschusslöchern: Wir kennen uns aus – es ist Krieg. Und dann, mitten im rührendsten Kumpeldialog unter feindlichem Beschuss, fällt ein Soldat aus der Rolle, weil ihm die Tränen nicht kommen wollen. Der Regisseur (Steve Coogan) hält seinen launischen Star verzweifelt zum Weiterspielen an. Aber als die bestellte Prachtexplosion ein paar Augenblicke später den Urwald im Hintergrund verwüstet, läuft die Kamera schon nicht mehr.

„Tropic Thunder“ ist eine Film-im-Film-Komödie, allerdings eine, die sich weigert, einen nennenswerten Unterschied zwischen den Welten vor und hinter der Kamera anzuerkennen. Das Hollywood der eitlen Schauspieler, exaltierten Regisseure und cholerischen Studiomogule hat in diesem Film denselben ontologischen Status wie der Vietnamkrieg: den eines


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