„Was ist denn hier los?“ „Was soll schon los sein?“

Feuilleton, FALTER 38/08 vom 17.09.2008

Mit „Der kleine Bruder“ komplettiert Sven Regener seine Herr-Lehmann-Trilogie, geht aber leider seines Helden verlustig

Buchkritik: Tex Rubinowitz

Auf aktuellen Fotos sieht der Berliner Schriftsteller und Musiker Sven Regener ganz betrübt aus. Man weiß nicht recht, was ihn so traurig macht, denn er hat gerade ein neues Buch am Start, eines, dass sich soeben in die Spiegel-Bestsellerliste ganz oben, direkt unter jenes von Charlotte Roche eingeparkt hat und vermutlich auch nicht so schnell von dort weggehen will.

Nachdem Regener mit „Herr Lehmann“ und dem Nachfolgebuch „Neue Vahr Süd“ einen sensationellen Erfolg einheimsen konnte (drei Millionen verkaufte Einheiten), kommt nun „Der kleine Bruder“, als dritter Teil der Lehmann-Trilogie, der eigentlich der mittlere ist, er verbindet das erste Buch, das chronologisch das letzte ist, mit dem zweiten, das an den Anfang gehört – eine kesse antizyklische Strategie, fast so, als solle sie vom Inhalt des neuen Buchs ablenken, das

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