„Ein bissl einen Glamour braucht’s immer“

Feuilleton | aus FALTER 38/08 vom 17.09.2008

Immer mehr Literaturveranstalter setzen auf die altmodische Autorenlesung – und haben damit Erfolg

Literaturhausbesuche: Klaus Nüchtern

Sieht man von der Töpferkunst ab, ist die Literatur in Sachen Livedarbietung wohl die unglamouröseste Gattung. Möchte man meinen. Das Verhalten der Kulturkonsumenten aber besagt anderes. Während Theater und Konzerthäuser in die Sommerferien gehen, sorgen die O-Töne mit einem Open-Air-Festival im Museumsquartier (Muqua) dafür, dass der Betrieb weiterbrummt – 6000 Leute fanden sich heuer an ingesamt acht Abenden ein. Dieser Tage geht auch der 24-Stunden-Lesemarathon „Rund um die Burg“ über die Bühne, der im vergangenen Jahr geschätzte 20.000 Leute anzog. Und Ende November dann übersiedelt die traditionelle Buchwoche aus dem Rathaus aufs Messegelände im Prater; flankiert wird die „Buch Wien“, wie die Messe jetzt heißt, von einem einwöchigen Lesefest. Und obwohl Lesungen hierzulande eigentlich weitgehend als Gratisveranstaltung gelten,

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