Diese Woche haben wir gelernt

Stadtleben | aus FALTER 38/08 vom 17.09.2008

Bemerkenswerte Stadtbegebenheiten

... dass der Krocha tot ist. Wer noch vor wenigen Monaten durch die Stadt lief, wurde durch neongrüne, -rosa und -blaue Bildpunkte auf Burschenköpfen geblendet. Sie tanzten ungelenk, schnarrten „Bam Oida“ und „Fix Oida“ und hielten stets mit der Handykamera drauf. Der Sommer ist vorbei, der Trend ebenso. Die jungen Menschen haben Käppchen („Flash Caps“), Palästinensertücher und Vokuhilas abgelegt und sich wieder in markenbewusste, solariumgebräunte Gelfrisurenträger verwandelt. Die neue Gegen-gegen-Kultur war also doch bloß ein kurzlebiges Sommermärchen. Bleibt die Frage, ob es überhaupt jemals Krocha gab?

… dass der alte Westbahnhof jetzt endgültig Geschichte ist: Vergangenen Freitag wurde der hübsche verchromte Schriftzug abmontiert, von Bürgermeister und SP-Chef wie ein erlegtes Stück Wild in die Kameralinsen gehalten. Jetzt sind Bahnhof und Vorplatz für drei Jahre gesperrt. Der Zugverkehr bleibt aufrecht. 2011 soll „Bahnhof City Wien West“ fertig sein.

... dass Wiener Parks auch jünger als 100 Jahre alt sein dürfen. So wie der Rudolf-Bednar-Park auf dem ehemaligen Nordbahnhofgelände im zweiten Bezirk, der diesen Mittwoch eröffnet wird. Mit 31.000 Quadratmeter Fläche ist er immerhin der größte Wiener Park seit dem Gartenmesseareal von 1974 in Oberlaa. Das derzeit noch recht karge Stück Grün soll den Norden der Leopoldstadt weiter aufwerten. Rudolf Bednar war übrigens Bezirksvorsteher, Gemeinderat und Sozialdemokrat der ersten Stunde. Ehret die Vorväter!

… dass gefährliche Dreiecksständer mit Wahlwerbung trotz mehrmaliger Anrufe bei einer eigens eingerichteten SPÖ-Hotline (Tel. 535 35 35) nicht verschwinden. Faymann steht Radlern im Weg? Kein schönes Bild.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige