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Das Butterbrot, ein zu Unrecht vernachlässigtes Nahrungsmittel

Grundkurs Kochen (1): das Butterbrot

Stadtleben | aus FALTER 38/08 vom 17.09.2008

E s gibt nichts, was es nicht gibt. Schon gar nicht darf eine Website fehlen, die sich mit dem Schmieren von Butterbrot beschäftigt (butterbrot.de). In Zeiten der Internetrecherche kann auch keinem mehr entgehen, dass Goethes Werther sich in seine Charlotte verliebte, als er sie Butterbrote schmieren sah. „Werther verhalf der Butter zu poetischer Dimension“ (Alexandre Dumas). In Robert Menasses „Don Juan de la Mancha“ spielt ein Schnittlauchbrot mit. Den Werther braucht man sowieso nicht mehr zu lesen, es genügt zu wissen, ein Butterbrot kann zum Selbstmord führen. Vor allem, wenn es nicht richtig angefertigt wird. Die zitierte Website tischt gleich mehrfach Blödsinn auf. Brot wird nämlich nicht mit einem scharfen Messer, sondern unbedingt mit einem Sägemesser geschnitten. Die angegebenen drei Zentimeter Dicke mögen der Fütterung gewisser Tierrassen in Schönbrunn angemessen sein, aber nicht dem Homo sapiens. Er wird die Dicke der Brotscheibe der Brotsorte anpassen, zwei Zentimeter bei weichem Brot jedoch nicht überschreiten. Bei härterem Brot wie Vollkornbrot genügt weniger als ein Zentimeter. Ob Weißbrot infrage kommt, lasse ich dahingestellt sein (ich würde dafür gutes Olivenöl bevorzugen). Das Gleiche gilt für die Butterschicht: Je dicker die Brotscheibe, desto dicker darf auch sie sein. Vorgeschlagene Faustregel: ein Zehntel der Brotdicke reicht. Zum Auftrag streichfähige, aber nicht warme Butter verwenden. Das Messer hierfür muss glatt sein, damit der Aufstrich gleichmäßig wird. AT


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