Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Red-Bull-Cola

Eine Brause, die fast wie ein indisches Currygericht schmeckt

Stadtleben | aus FALTER 38/08 vom 17.09.2008

D ie weltweit erste und immer noch größte Colamarke ist Coca-Cola, der geschwungene Schriftzug zählt zu den bekanntesten Markenzeichen der Welt. Am 8. Mai 1886 verkaufte die Jacob’s Pharmacy in Atlanta, USA, erstmals die braune Brause, ein Extrakt aus den Blättern der Cocapflanze und Kolanüssen als Morphinersatz und Mittel gegen Müdigkeit, Kopfschmerzen, Impotenz oder Depressionen. Glasweise. Das Erfrischungsgetränk für die urbane Oberschicht wurde rasch zur Allerweltslimonade, die genaue Rezeptur ist ein strenggehütetes Geheimnis. Dass das koffeinhaltige Coca-Cola ursprünglich auch Spuren von Kokain beinhaltete, ist wohl ein weit verbreiteter – ebenfalls urbaner – Mythos. Dass der Konzern, der immer noch in Atlanta seine Zentrale hat, bald viele Nachahmer bekam, ist hingegen Fakt. Pepsi, Sinalco, Africola sind die großen. Auch kleine Hersteller machen auf kalten Kaffee, in Deutschland gibt es eigene Szenemarken wie Fritz-, oder Premiumcola. Jetzt rüttelt der österreichische Wachmachsodahersteller Red Bull am Colabäumchen. Seit ein paar Monaten steht in den Kühlregalen Red-Bull-Cola, das erfreulicherweise nicht nach Gummibärchen schmeckt, sondern eher ein bisschen wie ein indisches Currygericht. Im Gegensatz zur Konkurrenz ist die Rezeptur dieser Cola-Variante nicht streng geheim, die Inhaltsstoffe – von Kolanuss bis Senfsaat – stehen auf jeder Dose. Auch was nicht drin ist: Phosphorsäure, Konservierungsstoffe, künstliche Aromen und Farbstoffe. Gut. Aber nichts für Puristen. Cw


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