Auf dem Teppich geblieben

Steiermark | aus FALTER 38/08 vom 17.09.2008

Die Teppichgeschäfte in Graz schließen nun wirklich. Wie konnte das geschehen?

Reportage: Christof Huemer

Seine Teppiche sind Preziosen, Sitzgelegenheiten, ja Geschichtsbücher. Dennoch will Teppichhändler Shahriar Razaghi lieber über Politik reden. Eine Nationalratswahl steht an. „Im Wahlkampf werden wir Immigranten traditionell für alles – Arbeitslosigkeit, Kriminalität, Wohnungsnot etc. – verantwortlich gemacht“, meint Razaghi mit Blick auf die auch gegenüber seinem Geschäft großflächig affichierten Rechtspopulismen und bekräftigt: „Mit dem Teppichgeschäft habe ich abgeschlossen.“

Er spricht dann aber doch über sein Gewerbe; über langhaarige Gabbehs, die Sprache der gewebten Kelims und über den Seidenteppich aus Isfahan, einen seiner Lieblinge. Sobald sich ein Nachmieter gefunden hat oder der Mietvertrag für das Geschäftslokal ausläuft, wird er sie in den Iran schicken und Aratta schließen. Für immer.

Dass Teppichgeschäfte schließen, ist in Graz neu. Seit

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