Kritiken

Kehlmann auf der Bühne: „Ich und Kaminski“

Theater

Lexikon | Bettina Hagen | aus FALTER 38/08 vom 17.09.2008

Der Einstieg in Daniel Kehlmanns Roman „Ich und Kaminski“ gelingt im Salon5 denkbar einfach: Kaum angekommen, findet sich das Publikum gemeinsam mit den Romanfiguren in der Rolle von Besuchern einer Vernissage wieder. Schnell wird klar, dass es dem Journalisten Sebastian Zöllner, der den totgeglaubten Maler Kaminski in die Öffentlichkeit zerrt, um seine eigene Unsterblichkeit geht. Die Übersiedelung in den ersten Stock führt an den Rand eines knirschend sandigen Stationenbands, auf dem unter der Regie von Anna Maria Krassnigg geschickt eingefädelte Szenen des Buches lebendig werden. In Videozuspielungen kommt die ehemalige Entourage eines Künstlers, dessen Geheimnis in seiner drohenden Blindheit besteht, zu Wort. Wie sich die schöne Tochter (Isabella Wolf) aus Kaminskis Schmuddellook schält oder – als alter Mann – mit dem lästigen Biografen und einem abgerissenen Autostopper auf einem Polstersofa auf große Fahrt geht, macht Freude.

Bis 11.10. im Salon5


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