Kritik

Historische Fotokunst: Frauen am Auslöser

Ausstellungen

Lexikon | aus FALTER 38/08 vom 17.09.2008

Die Bank Austria zeigt noch einmal den Schatz, den sie bald als Dauerleihgabe an das Salzburger Museum der Moderne verborgt. Die ab 1976 von der Fotoexpertin Anna Auer aufgebaute Sammlung „Fotografis“ spielt alle Stückerln. Hochkarätiges quer durch die Fotogeschichte, ungefähr zur Hälfte Vintages, lässt das Herz höher schlagen. Eine besondere Stärke ist die Präsenz von Fotografinnen wie Julia M. Cameron, Diane Arbus oder Trude Fleischmann.

Die Stoppellocken des Fräuleins glänzen, das David Octavius Hill 1843 abgelichtet hat. Eine Bewegungsstudie von Edward Muybridge analysiert 1887 den Ablauf eines Bocksprungs. Schwerpunkte der Schau lauten „Reisefotografie“, „Piktoralismus“ oder „Sozialdokumentarismus“. Francis Friths Bilder aus den 1850er-Jahren führen an den Nil: Die ersten Fotobücher warben mit dem Slogan „Reisen im Kopf“. Für ein „neues Sehen“ machten sich die Industriefotos aus den 20er-Jahren von Albert Renger-Patzsch stark; auch die experimentellen Arbeiten dieser Epoche sind vertreten. Die unbedingt sehenswerte Schau integriert auch Bilder von heutigen Fotokünstlern wie Andreas Gursky oder Elger Esser. NS

Bank Austria Kunstforum, bis 29.10.


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