Kritiken

Anny Dollschein: Eine fast Moderne

Ausstellungen

Lexikon | aus FALTER 38/08 vom 17.09.2008

Herbert Türck erinnerte sich an Anny Dollschein (1893-1946) als große hagere Frau, die etwas von einer russischen Aristokratin an sich gehabt hätte. Letzteres kann ausschließlich ihre Haltung betroffen haben. Denn die Grazer Malerin Anny Dollschein starb völlig verarmt, verkaufte ihr Leben lang kaum ein Bild, obwohl sie gar nicht so ungefällig in der Verarbeitung künstlerischer Vorbilder – vom Kubismus bis zur neuen Sachlichkeit – zu Werke ging. Schließlich milderte die Not auch ihre Berührungsängste zum Nationalsozialismus, wie die von Hanns Wagula vermittelten Auftragsarbeiten – etwa ihr Werbeplakat für Graz als Stadt der Volkerhebung – zeigen. Die Ausstellung ist schlicht unter dem Titel „Anny Dollschein“ zu sehen. UT

Hofgalerie der Neuen Galerie, Graz, bis 16.11.


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