In den Kammerspielen hat der Gast nichts zu lachen

Kritiken

Lexikon | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 39/08 vom 24.09.2008

„Der Gast“ mit Werner Sobotka

Nach Ausflügen ins Trashfach („Im Weißen Rössl“) sind die Kammerspiele wieder so, wie man sich die Kammerspiele vorstellt: Boulevard im Mittelstandmilieu, ein Wohnzimmer mit vielen Türen, durch die Publikumslieblinge auftreten. Markus Kupferblum, Urgestein der freien Szene, inszenierte mit Martin Zauner, Therese Lohner und Werner Sobotka die französische (Tragi-)Komödie „Der Gast“ von David Pharao. Ein Langzeitarbeitsloser hat einen zukünftigen Arbeitgeber zum Essen eingeladen; große Aufregung, die Ehefrau am Rande des Nervenzusammenbruchs und ein besserwissender Nachbar als Berater machen den Abend zum Fiasko – leider gilt das auch für den Theaterabend. Die (im französischen Original sicher irre spritzige) Komödie will einfach nicht in die Gänge kommen, niemand bewahrt die Darsteller vor Overacting, niemand macht Tempo. Altstar Otto Schenk hat bei der Premiere in seiner Loge jedenfalls keine Miene verzogen. Es gab aber auch wirklich nichts zu lachen.

Kammerspiele, Fr, So 20.00


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