Literatur

„Mann im Dunkel“: US-Autor Paul Auster kommt

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Lexikon | aus FALTER 39/08 vom 24.09.2008

Bringt Licht ins Dunkel: Paul Auster

Allein im Dunkel wälze ich die Welt in meinem Kopf, durchlebe den nächsten Kampf mit meiner Schlaflosigkeit, die nächste weiße Nacht in der großen amerikanischen Wildnis.“ So düster und vielversprechend hebt Paul Austers neuer Roman „Man in the Dark“ an. Richard Jurst (Buch & Wein) ist es zu verdanken, dass der große amerikanische Autor mit seinem zwölften Roman zum ersten Mal zu einer Lesung nach Wien kommt, und zwar gleich ins Ronacher. Auster ist bekannt für Werke wie seine „New York-Trilogie“, „Die Musik des Zufalls“ oder „Mr. Vertigo“ und wird besonders von Fans der Postmoderne verehrt. Seine Texte kreisen um Themen wie die Zerbrechlichkeit von Identität und Verlust. Oft sind die Helden Schriftsteller, die versuchen, aus ihren aus den Fugen geratenen Existenzen einen Sinn herauszulesen.

Der 1947 geborene New Yorker begann seine Laufbahn als Autor relativ spät. Zuvor hatte er mit seiner ersten Frau, der Kollegin Lydia Davis, einige Zeit in Paris verbracht und französische Autoren wie Stéphane Mallarmé ins Englische übersetzt. In späteren Jahren machte der Filmfreak auch durch Drehbücher zu „Blue in the Face“ oder zuletzt „The Inner Life of Martin Frost“ (bei denen er auch Regie führte) von sich reden. Er ist in zweiter Ehe mit der ebenfalls erfolgreich schreibenden Siri Hustvedt verheiratet und hat den Ruf, seine Heimat Brooklyn so sehr zu lieben, dass er sie nur ungern verlässt. Seine Wien-Lesung, bei der er von Florentin Groll (deutschsprachige Lesung) unterstützt wird, ist eine rare Gelegenheit, den Meister der kunstvollen Verrätselung live zu erleben. Im Anschluss wird er auch Bücher signieren. SF

Ronacher, Mi 19.30


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