Kunst

Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit

Vernissage

Lexikon | aus FALTER 39/08 vom 24.09.2008

Gustav Klimt, „Der Kuss“ (1907/08) im Belvedere

Zum kaiserlichen Festzug anlässlich des 60-jährigen Thronjubiläums von Kaiser Franz Joseph wurden die Künstler Josef Hoffmann, Kolo Moser und Gustav Klimt nicht eingeladen. Sie erhielten aber ein brachliegendes Gelände als Ausstellungsfläche zur Verfügung. Die berühmte „Kunstschau 1908“ entstand am Schwarzenbergplatz, wo später das Konzerthaus gebaut wurde. In kurzer Zeit zogen die Künstler dort Holzbauten mit über 50 Ausstellungsräumen hoch, gestalteten Innenhöfe und Gartenanlagen, ein Kaffeehaus und ein Sommertheater. Werke von 176 Künstlern füllten die Außen- und Innenwände, die Vitrinen und Freiräume. 100 Jahre ist dieser künstlerische Kraftakt her. Die Ausstellung „Gustav Klimt und die Kunstschau 1908“ im Belvedere rekonstruiert das bahnbrechende Ereignis nun anhand von Modellen, Fotos, Originalplänen und Filmen. Drei Räume vermitteln das einstige Raumerlebnis: Arbeiten der Mitglieder der Wiener Werkstätte, Plakatkunst sowie ein Saal mit Hauptwerken von Gustav Klimt, der damals von Kolo Moser gestaltet wurde. Die Kunstschau führte zum Ankauf mehrerer Klimts, unter anderem gelangte „Der Kuss“ ins Belvedere. Auch „Theater-Kunst“ spielte 1908 ein wichtige Rolle; die Schau führt Exponate von damals wieder zusammen. NS

Unteres Belvedere, Eröffnung: Di 19.00; bis 18.1.


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