Ihr Name ist Sabine

Neu im Kino

Lexikon | Michael Omasta | aus FALTER 39/08 vom 24.09.2008

Sabine, die Schwester Sandrines

Sandrine Bonnaire, die französische Ausnahmeschauspielerin, hat mit „Elle s‘appelle Sabine“ (deutsch „Ihr Name ist Sabine“) ihren ersten eigenen Film gedreht: ein Porträt über ihre Schwester, die seit ihrer Kindheit an Autismus leidet. Sabine, 38, lebt auf dem Land in einem betreuten Wohnheim. In der Obhut der institutionellen Psychiatrie, der Sabine vorher fünf Jahre lang anvertraut war, hatten ihre Lebensfreude wie ihre Fähigkeiten rapide abgenommen. Die kleine Gemeinschaft tut ihr sichtlich wohl. Man isst gemeinsam, spielt zusammen, unternimmt Ausflüge. Immer wieder kommt es zu schwierigen Situationen, und nicht selten ist der Besuch das auslösende Moment: Wie lange bleibst du, fragt Sabine ihre Schwester, wann kommst du wieder? Oft zehnmal hintereinander.

Die privaten Filmaufnahmen aus besseren Tagen kommen wie ein Schock. Sie zeigen Sabine, eine bildhübsche, von Krankheit und Kümmernissen scheinbar noch völlig unbeschwerte junge Frau, die Sandrine, ihrer zwei Jahre älteren Schwester, zum Verwechseln ähnlich sieht. Ein schöner, ein trauriger, ein mitreißender Film.

Ab Fr im Gartenbau (OmU), Premiere in Anwesenheit von Sandrine Bonnaire


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