Seinesgleichen geschieht

Zur Wahl: der Austropopulismus und die Kandidaten im Zumutbarkeitsbogen

Der Kommentar des Chefredakteurs

Falter & Meinung | Armin Thurnher | aus FALTER 39/08 vom 24.09.2008

Am Ende einer Wahlkampagne. War das alles je besser? Man hat Vergleichsmöglichkeiten, wenn man noch aus Zeiten stammt, als das Wahlverhalten im Familienkreis kurz, aber eindeutig besprochen wurde. Die ÖVP warb für Josef Klaus mit einem in Plexiglas eingeschweißten Schilling. Den hatten wir Knaben flott herausoperiert, um damit was zu kaufen. Klaus siegte mit absoluter Mehrheit. Dass damals, 1966, die Kronen Zeitung der SPÖ eine Lektion erteilte, weil die vergeblich versucht hatte, mittels Gerichtsurteil ihr Eigentumsrecht an diesem Blatt geltend zu machen, davon ahnte ich nichts. 1970 ging Klaus mit dem subkutan antisemitischen Slogan "ein echter Österreicher" gegen den vermeintlich unwählbaren Juden Kreisky unter.

In der Kreiskyzeit gab es dann keine Alternative; war man oppositionell gesinnt, wählte man irgendwelche Splittergruppen, weil die beiden Großparteien so unangefochten waren, die Verhältnisse zwischen ihnen so klar: Einmal gewann Kreisky, dann verlor wieder die ÖVP.


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