Glosse

Die Anbetung des falschen Götzen: Damien Hirst und die Millionäre

Kultur

Falter & Meinung | Nicole Scheyerer | aus FALTER 39/08 vom 24.09.2008

Er rief zum Tanz ums Goldene Kalb, alle kamen, den falschen Götzen anzubeten. Über 140 Millionen Euro brachte die Exklusivauktion von Damien Hirst in London, 13 Millionen die Skulptur "The Golden Calf". Hirsts Karriere begann 1988 in einer Lagerhalle, wo der Student die spektakuläre Schau "Freeze" organisierte. Seither steht der 43-jährige Brite, der stets seine arme Herkunft betont, für Unternehmertum im Kunstbetrieb. Der Selfmadestar zieht Neureiche an. Im Auktionshaus bleiben die Käufer anonym - die perfekte Geldwäscherei. Niemand weiß, wie lange der Kunstmarkt noch fliegt. Wenn schon morgen die Talfahrt beginnt, wird man sich an die Lehren des 1990er-Crash erinnern: "Du sollst nicht spekulieren", "du sollst nicht inflationäre Kunst kaufen", "du sollst nicht Kunst und Zynismus verwechseln".


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