Am Apparat

Herr Vilimsky, wie hat es Ihnen denn in Köln gefallen?

Telefonkolumne

Politik | aus FALTER 39/08 vom 24.09.2008

Harald Vilimsky, Landesparteisekretär der FPÖ Wien, hat ein ereignisreiches Wochenende hinter sich. Er nahm am "Anti-Islamisierungs-Kongress" in Köln teil (siehe Seite 23). Dort trafen rund 200 rechte und rechtsradikale Kongressteilnehmer auf rund 15.000 linksgerichtete Demonstranten.

Herr Vilimsky, passt Ihre Teilnahme am Anti-Islamisierungs-Kongress in Köln eigentlich zum Ruf der FPÖ als "soziale Heimatpartei"?

Na klar passt das. Als überzeugte Europäer stehen wir ja dafür, dass die gewachsenen kulturellen Entwicklungen in Kerneuropa weiter Bestand haben. Moscheen mit Minaretten sind Triumphsymbole des Islam.

Ist ein katholischer Kirchturm dann ein Triumphsymbol des Katholizismus?

Nein, aber im Islam ist das anders. 1998 sagte der türkische Premier Erdogan: "Die Moscheen sind unsere Kasernen, die Minarette unsere Bajonette, die Kuppeln unsere Helme, die Gläubigen unsere Soldaten."

In Wien-Floridsdorf steht eine Moschee mit Minaretten. Ist die auch ein Triumphsymbol? Und soll man sie wieder wegreißen?

Die steht ja schon und soll bleiben. Es geht darum, dass seit einiger Zeit in Europa in konzertierter Weise der Bau von Riesenmoscheen forciert wird.

Viele Menschen scheinen diese Bedenken nicht zu teilen.Medienberichten zufolge war Ihr Kongress nicht allzu gut besucht.

Da sitzen Sie gehörig falschen Informationen auf. Ich habe erlebt, wie Demokratie und Rechtsstaat zwei Tage in Köln neutralisiert wurden. Wir nahmen an einer Pressekonferenz auf einem Boot am Rhein teil. Rundherum war die linksmilitante Szene, nicht gerade Blumenkinder. Wir waren Stunden eingekesselt. Ich habe dann den Einsatzleiter der Kölner Polizei um Beistand gebeten. Er hat mir ins Gesicht gelacht - und gesagt: "Nein." Das war unglaublich. Das alles wird ein gehöriges zwischenstaatliches Nachspiel haben.

Interview: Joseph Gepp


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