Euroskeptischer Rausch und österreichischer Kater

Politik | aus FALTER 39/08 vom 24.09.2008

Essay: Armin Thurnher

Österreich vor der Wahl. Wie ist die Lage? Wie immer besser als die Stimmung. Stets im Limbo zwischen Schwips und Kater, ist man mit Sorgen, Likör und Rollmöpsen bestens versorgt. Sechseinhalb Millionen politische Spiegeltrinker. Der Kater ist vielgestaltig. Momentan kommt er daher wie die Weltfinanzkrise. Die betrifft uns angeblich nicht, was uns jedoch stimmungsmäßig freut. Wir können die Köpfe hängen lassen und sorgenvoll einen drauf trinken, dass wir drauf pfeifen.

Wenn alle Gesichter grau scheinen, schöpfen Leute, die bisher schon grau und langweilig ausgesehen haben, neue Hoffnung. Nun, in Zeiten der Unsicherheit, gilt das, worüber man bisher die Achseln zuckte, als erstrebenswerte Tugend. Nun, hoffen die Grauen, erkennt man sie plötzlich als zuverlässig. Sie, deren Wort man nicht gerne hörte, krähen freudig: Wir halten Wort.

Die ÖVP vermochte bei der letzten Wahl die Gunst des roten Bawag-Skandals nicht zu nützen. Nun freut sie sich über jeden


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