Genug gestritten?

Politik | aus FALTER 39/08 vom 24.09.2008

Chantal Mouffe schreibt gegen den Hang zur Versöhnung in der Politik an

Rezension: Isolde Charim

Es kommt selten vor, dass ein theoretisches Werk termingerecht zu einem politischen Anlass erscheint. Chantal Mouffes "Das demokratische Paradox" kommt gerade recht zur Wahl. Denn sie zeigt, wie der rasante Aufstieg von Populismus und extremer Rechter direkte Folge eines "Demokratiedefizits" ist.

In der Politik ist es das Denken des dritten Wegs, das auch nach dem Abgang von Bill Clinton, Tony Blair und Gerhard Schröder noch weiterwirkt. Es ist dies eine "Politik ohne Gegner", die die Differenz zwischen links und rechts auslöscht zugunsten einer Obsession der vielbeschworenen politischen Mitte. Dort, wo der Konsens sakral ist, soll die Rettung von den unheilvollen Konflikten liegen.

Diese Versöhnungsutopie ist für die Autorin kein politisches Allheilmittel, sondern ein Mangel an Demokratie. Denn sie verleugne das, was Mouffe als Grundlage des Politischen sieht: den Antagonismus. Wird dieser


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