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Pressekolumne

Medien | Florian Klenk | aus FALTER 39/08 vom 24.09.2008

Was lesen nur Journalisten? Branchenblätter, weil da kommen nur Journalisten vor. Das selbstreferenzielle System funktioniert so: Medien schalten in Branchenblättern Anzeigen, dafür kommen dann vielleicht Geschichten über diese Medien ins Blatt. Ein gutes Geschäft mit der Eitelkeit. Gern wüsste man also, was Johann Oberauer, der Herausgeber des Branchenblattes Der Österreichische Journalist, verdient. Dank guter Datenschutzgesetze ist das aber sein Geheimnis -und das ist recht so. Oberauer sieht das anders. Sein Blatt veröffentlichte die Einkommen von Redakteuren und sogar einer Sekretärin des profil. profil-Herausgeber Christian Rainer hatte versehentlich die Gehaltsliste aller Mitarbeiter per E-Mail an alle Redakteure verschickt. Seine Bemühungen, das Mail zurückzuziehen, scheiterten. Ein profil-Mann reichte das Dokument an den Journalist weiter, der zitierte daraus. Was die Geschichte lehrt: Ausgerechnet ein Branchenblatt erkennt nicht, wo Transparenz und öffentliche Kontrolle enden und wo Missgunst der Neidgenossenschaft beginnt.


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