Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 39/08 vom 24.09.2008

Moderne Märchen stinken. Diese Fernsehstücke, wo das Gute, die Liebe, die Freundschaft, der ganze Krempel halt, immer gewinnen. Die neue US-Serie "Samantha Who?" versucht sich in diesem Genre mit einer herzigen Idee: Blondes Luder (Christina Applegate) hat einen Unfall samt Amnesie - und auf einmal ist all ihre Fiesheit verschwunden (Pro7, Mi 22.15 Uhr). Abgesehen davon, dass das neurologisch betrachtet eine bedenkliche Theorie ist - Samantha stolpert samt Gedächtnisverlust von einer Plattitüde in die nächste. Sie will ihre 500 Paar High Heels nicht mehr, entdeckt die mollige beste Freundin aus Kindertagen wieder und verknallt sich in den Ex, der vor dem Unfall zu liebenswert für sie war. Ihren Job als Anwältin in einer großen Kanzlei findet sie nun böse, genauso wie die Tussi-Freundinnen mit ihren Yachten. Erinnert alles an die unerträgliche Ally McBeal. Trotzdem, dabei überkommt einen schon ein naiver Gedanke: Wie schön wäre die Welt, wenn man Charakterschweine mittels Schlag auf den Kopf heilen könnte.


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