"Der perfekte Depp"

Feuilleton | aus FALTER 39/08 vom 24.09.2008

Mit "Melancholie und Gesellschaft" legt Peter Licht das beste deutschsprachige Album seit Tocotronics "Kapitulation" vor. Eine Begegnung mit dem Phantom

Gespräch: Sebastian Fasthuber

Da sitzt er nun also, der Mann ohne Gesicht. Der am seltensten fotografierte Künstler Deutschlands. Das Phantom des Pop. PeterLicht. Und er sieht natürlich völlig gewöhnlich aus, wie zigtausend andere Mittdreißiger, die mit Kultur, Medien und Projekten handeln, auch. Ein bisschen schüchtern wirkt er vielleicht, wahrscheinlich liegt das aber nur an seiner höflichen Zurückhaltung.

Als pfiffiger Musikus und aufstrebender Autor mit Bachmann-Preis-Erfahrung (für den Text "Die Geschichte meiner Einschätzung am Anfang des dritten Jahrtausends" bekam er 2007 den 3sat- und den Publikumspreis) ist Licht in dem von ihm beackerten Feld inzwischen eine große Nummer. Mit der Besonderheit, dass er es - mit Melvilles "Bartleby" gesprochen - vorzieht, sein Gesicht nicht ablichten zu lassen.

Diese Kamerascheu hat keineswegs


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