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Feuilleton | aus FALTER 39/08 vom 24.09.2008

Maurizio Kagel (1931-2008)

Den Ausnahmestatus des Komponisten als Avantgardisten konnte man in Wien vor elf Jahren zuletzt erleben. Damals zeigten die Festwochen Kagels bereits 1981 entstandene Lieder-Oper "Aus Deutschland", eine von Franz Schubert ausgehende Dekonstruktion der Romantik, wie sie ähnlich überzeugend erst wieder Christoph Marthaler mit seiner "Schönen Müllerin" gelingen sollte - immerhin 20 Jahre später. Lieder-Oper, Instrumentales Theater, Performatives Konzert, Hörspiel: Kagel, 1931 in Buenos Aires geboren und 1957 nach Deutschland übersiedelt, fühlte sich in Zwischengenres wie diesen am wohlsten. In ihnen konnte er die Rituale und Routinen des Neue-Musik-Betriebs, in dem er selbst künstlerisch groß geworden war, am wirkungsvollsten, oft auch am witzigsten hintergehen. Und damit Raum für Neues schaffen. Auch das war in Österreich zu erleben: Otto M. Zykans skandalmachende "Staatsoperette" von 1977 wäre ohne Kagels provokant-ironisches "Staatstheater" von 1971


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