Böse sein war Ehrensache

Stadtleben | aus FALTER 39/08 vom 24.09.2008

Die Journalistin Hilde Schmölzer erkundete in den 60er-Jahren das "böse Wien"

Porträt: Wolfgang Paterno

An die vier Buchstaben und den Punkt vor ihrem Namen muss sie sich erst gewöhnen. Frau Prof. "Ein bisschen komisch klingt das schon", sagt Hilde Schmölzer. Den Titel hat ihr kürzlich der Bundespräsident verliehen, noch wird sie in ihrem Stammcafé wie stets willkommen geheißen: "Das Übliche, Frau Dokta?"

Nicht nur die offizielle Ehrenbezeugung steht in kuriosem Kontrast zu den jahrzehntelangen beruflichen Unternehmungen der Autorin und Fotografin. Von ihrem Auftreten her könnte Schmölzer, 71, eine distinguierte Innenstadtbewohnerin mit einem Musikverein-Abonnement und Duzfreundin der Bezirksvorsteherin sein. Ihr Interesse gilt jedoch seit je den Außenseitern und Einzelgängern, Menschen am Rand. Ihr Lebensthema sei zudem seit einem Vierteljahrhundert, wie sie sagt, die "Frauenproblematik": Frauengeschichte, Frauensolidarität, Frauenrechte.

Mitte der 60er-Jahre erkundete sie als

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