Prost!

Die Frühstarter kommen: der schnellste Wein des Landes

Stadtleben | aus FALTER 39/08 vom 24.09.2008

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Martinshof, Gelber Muskateller 2008

Generell muss man sagen, dass die diversen Frühweinklassiker alle eher ziemlich out sind, Beaujolais Nouveau und Novello eigentlich niemanden mehr so wirklich jucken. Andererseits erfreuen sich Weine wie der steirische Junker, der Junge Wiener und die diversen anderen weinmäßigen österreichischen Frühstarter extremer Beliebtheit. Und den diesbezüglichen Vogel schoss auch heuer wieder Michael Martin aus dem Weinviertel ab, dessen Gelber Muskateller 2008 nämlich schon vorige Woche in den Handel kam (€ 8,50 bei Schönbichler, 1., Wollzeile 4). Möglich sei das aber eh nur mit so aromatischen Sorten wie dem Gelben Muskateller, meint Winzer Martin, weil die eben auch schon in frühester Jugend ordentlich etwas hergeben würden. Gelesen wurden die Trauben am 22. August, mit ein paar technischen Kniffen (durch Wärme beschleunigte Vergärung, doppelte Filtration, nur eine Woche Stabilisation) peitschte man das gesamte Kellerprogramm, das normalerweise an die zwei Monate dauert, in kurzen drei Wochen durch, inklusive aller Behördenwege und Kontrollen. In den tiefen Keller muss man sich diesen Wein ganz bestimmt nicht legen, momentan besticht er - neben seinem Frühstart - aber mit ausgesprochen intensivem, blumigem Muskatduft, schmeckt nach knackigen, grünen Äpfeln und frischen Limetten und macht gut gekühlt fraglos frischen Spaß. In zwei Monaten wird er verblasst und verpufft sein, aber da ist er eh schon längst Geschichte, der Muskateller, der gelbe. fH


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige