Vergiss Theater!

Steiermark | aus FALTER 39/08 vom 24.09.2008

Die radikalen Theaterperformer SIGNA sind mit ihrer Amnesiestation zu Gast im steirischen herbst

Reportage: Gregor Schenker

Verschalungen werden von Neonlampen genommen, damit sie räudiger aussehen. Vergilbtes Linoleum ist auf den Fußboden aufgezogen. So weich, dass man darin zu versinken scheint. Fünfzigerjahre-Küchenkästen mit abgeblättertem Lack. Schläuche ragen aus der Wand und gehen ins Nirgendwo. Setdesigner Thomas Bo Nilsson wacht über die letzten Feinarbeiten bei der Herstellung des imaginären Psychiatrischen Instituts, trägt aber schon den Arztkittel. Noch riecht es nach Kleber statt nach Äther. Krankenschwestern, deren pastellblaue Kunstfaserkleider auch zu Stewardessen aus Sechzigerjahrefilmen passen würden, postieren und posieren. Militärisch und doch geborgenheitvermittelnd.

Ein Widerspruch, der Spannung erzeugt. Spannung, die im Zentrum von SIGNAs Arbeit steht, deren Ziel es ist, eine Atmosphäre zu schaffen, die zugleich unangenehm und anziehend ist. Widersprüchlich


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