Von der Walküre geritten: Hebbels "Die Nibelungen" zum Saisonstart am Grazer Schauspielhaus

Steiermark | aus FALTER 39/08 vom 24.09.2008

Theaterkritik: Hermann Götz

Die Nibelungen-Story hat einen Vorteil. Es kennt sie jeder. Wir haben sie in der Schule gelernt, von Richard Wagner bis Wolfgang Hohlbein wurde sie beackert. Und, ach ja, Friedrich Hebbel hat aus dem Stoff eine fast schon klassische Tragödie gebastelt, die nun unter der Regie von Cornelia Crombholz als Eröffnungsproduktion am Schauspielhaus zu sehen ist. Crombholz nähert sich dem alten Helden- oder Machoepos anfangs (wie zu erwarten) mit distanziert ironischem Blick, stellt die Burgunderbrüder (Sebastian Reiß als Gunther, Claudius Cörber als Giselher, Franz Joseph Strohmeier als Gerenot) als degenerierte Weicheier vor und Hagen als ihren kühlen Dompteur. Doch Crombholz bleibt dort nicht stehen. Schon mit dem Auftritt Brunhilds verändert sich die Tonalität, um schließlich in deren Zorn und Kriemhilds Schmerz zu großen Emotionen zu finden.

Brunhild (Sophie Hottinger) zeigt sich, unterstützt von Frigga (Judith Bohle), als starke Frau, der man die Walküre


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