Literarische Störeffekte

Steiermark | aus FALTER 39/08 vom 24.09.2008

In "Alias" treibt Günter Eichberger seine Kritik des Erzählens auf die Spitze

Buchrezension: Wilhelm Engstler

Nein, nicht wieder schlagen. Ich werde alles erzählen, alles." Schon in der ersten Zeile seines neuen Buches "Alias" treibt Günter Eichberger sein Thema, das Abschaffen des Erzählens durch Erzählen, furios voran. Es heißt "Alias" nach seinem Protagonisten, und es ist auch ein Paradoxon, dass die Verbindung zwischen zwei Pseudonymen zum Namen selbst wird. "Alias" ist der bisherige Höhepunkt unter den vielen Büchern Eichbergers, weil er für dieses Thema den idealen Protagonisten gefunden hat. Bei wem könnte die Kritik am Erzählen auch radikaler ausfallen als bei einem Erzähler, den Eichberger über sich selber sagen lässt: "Das dürfte das besondere an mir sein, dass es mich nicht gibt. Daß ich wie ein antiker Held in meine Geschichte hinein verschwunden bin." Manche bemängelten bisher an den Büchern Eichbergers, dass sie sich jeder Nacherzählbarkeit schlichtweg entzögen.


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