Biergenuss in der Nazi-Halle

Steiermark | aus FALTER 39/08 vom 24.09.2008

Die neue Messehalle hat ein Problem: die kommentarlose Neu-Kodierung von NS-Architektur

ARCHITEKTURKRITIK: ANTJE SENACLENS DE GRANCY

Das größte Grazer Baurelikt der NS-Zeit und ihrer Propagandamaschinerie wird am 27. September als Messehalle B und "Event-Arena" mit "Biergenuss, Schmankerl-Meile mit mehr als 40 Szenewirten und einem täglichen Show-Programm" (Messe-Homepage) wiedereröffnet: Gemütliche Oktoberfestatmosphäre unter der hölzernen Dach- und Ständerkonstruktion der ehemaligen "Volkskundgebungshalle", die 1939/40 von einem autoritären, menschenverachtenden System nach Plänen der Grazer Hochschulprofessoren Karl Hoffmann und Friedrich Zotter sowie K. Demel als Provisorium für zehn Jahre errichtet worden ist. Gegenüber, dort wo sich auf der ehemaligen Trabrennbahn das Aufmarschgelände der Nationalsozialisten befand, wird sich künftig der Vergnügungspark ausbreiten.

In der Nachkriegszeit war der Messebau in "Halle 11" umbenannt worden. Hinter Wellblechverschalung und Zwischendecke

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