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Lexikon | Ulrich Rüdenauer | aus FALTER 39/08 vom 24.09.2008

Kurz besprochen

Porno-Fiction

Chuck Palahniuk: Snuff. Roman. Aus dem Amerikanischen von Werner Schmitz. Manhattan, 204 S., € 15,40

Chuck Palahniuk schreibt intelligente Pulp-Romane. Immer wieder gelang dem US-Autor der Spagat zwischen Effekthascherei und Gesellschaftsanalyse. Im gerade erschienenen "Snuff" hat er die Krassheitsschraube aber doch überdreht: "Snuff" ist die Chronologie eines traurigen Weltrekordversuches: "Sechshundert Männer. Eine Pornoqueen. (...) Spätestens nach dem fünfzigsten Kerl wird Cassie aussehen wie ein mit Vaseline geschmierter Bombenkrater. Fleisch und Blut, als ob etwas in ihr explodiert wäre."

Als Erzähler fungieren die wartenden Beischlafpartner, Mr. 72, womöglich Cassies leiblicher Sohn, oder Mr. 600, womöglich der zugehörige Vater. Erst am Ende sorgt die Enthüllung ihrer wahren Identitäten für eine kalkulierte Überraschung. Garniert hat Palahniuk die Handlung wie immer mit milieuspezifischen urbanen Legenden (Tod durch vaginale Embolie!) und offenbar


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